Hauptinhalt

Umsetzung der Projektmaßnahmen

Acht Arbeitspakete für den Feldhamster!

Feldhamsterfreundlicher Streifenanbau
Der Streifenanbau von verschiedenen Kulturen bietet zahlreiche Vorteile, zum Beispiel ein größeres Nahrungsangebot.  © Zoo Leipzig

Projektmanagement und Koordination (LfULG)

Das Sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) fungiert als Lead-Partner für das durch die Europäische Union geförderte Projekt. Neben der allgemeinen Koordination des Projektes zählt auch eine regelmäßige Kommunikation und Rückkopplung mit dem Fördermittelgeber zur kontinuierlichen Finanzierung des Projektes zu den Aufgaben.

Wiederherstellung sicherer Feldhamsterlebensräume zur Schaffung von geeigneten Lebensbedingungen für eine sich selbst erhaltende Feldhamsterpopulation (LfULG)

Dieser Aufgabenbereich ist essentiell für den Projekterfolg: Nur wenn die Lebensbedingungen stimmen, kann der Feldhamster langfristig wieder heimisch werden. Hierfür ist eine Anpassung der landwirtschaftlichen Nutzung notwendig. Durch innovative Maßnahmen soll der Feldhamsterschutz besser und nachhaltig in die regionale landwirtschaftliche Produktion integriert werden. Auf Grundlage eines spezifischen Flächenkonzeptes und stetiger Anpassung der Maßnahmen sollen im Projektgebiet ideale Lebensräume für den Feldhamster geschaffen werden.

Feldhamster säugend aufrecht in Zuchtstation
Ein Feldhamsterweibchen säugt ihre Jungen – diese sind auf dem Bild fast nicht zu erkennen.  © Zoo Leipzig

Erhaltungszucht der Feldhamster auf der Basis eines Metapopulationskonzeptes (Zoo Leipzig)

Die Zuchtstation im Zoo Leipzig wird ausgebaut: Da jeder Feldhamster ein eigenes Gehege benötigt und für die Aussetzungen mehr Tiere als bislang benötigt werden, muss die bestehende Zuchtstation vergrößert werden. Für eine gesunde sich selbst erhaltende Population auf den Aussetzungsflächen werden genetisch diverse Tiere benötigt, andernfalls drohen Inzucht und Krankheiten. 

Wiedererstarkung der Feldhamsterpopulation durch Bestandsstützung (Zoo Leipzig)

Aus der Zucht werden genetisch und konditionell geeignete Feldhamster ausgewählt und innerhalb vorbereiteter Aussetzungsflächen freigesetzt. Die Aussetzungen werden durch Schutzmaßnahmen vor Räubern wie Greifvögeln flankiert. Ein Netzwerk von Kern-, Entwicklungs- und Verbindungsflächen soll es den Feldhamstern ermöglichen, im Projektgebiet zu wandern und sich selbstständig fortzupflanzen.

Feldhamster_unmittelbar_vor_der_Aussetzung_in_der_Transportbox
Ein Feldhamster in einer Aussetzungsröhre: Er wird in einen vorgebohrten Bau auf einer geeigneten Fläche ausgesetzt.  © Zoo Leipzig

Monitoring: Wissenschaftliche Begleitung zur Kontrolle der Maßnahmeneffizienz (Zoo Leipzig)

Die Entwicklung der Feldhamsterpopulation vor Ort, die Zucht, die Aussetzungen, die Flächenmaßnahmen – das gesamte Projekt wird durch eine breit aufgestellte wissenschaftliche Begleitung überwacht. So werden die Wirkung und eventuell notwendige Anpassungen der Maßnahmen stetig überprüft. Vom Feldhamsterschutz profitieren auch anderen Tier- und Pflanzenarten, die im Rahmen dieses Arbeitspaketes ebenfalls untersucht werden.

Öffentlichkeitsarbeit und Wissenstransfer (LfULG)

Begleitend zu den Maßnahmen zum Feldhamsterschutz finden verschiedene Aktivitäten zur Öffentlichkeitsarbeit statt. Ziel ist es, bis zum Ende des Projektes eine messbare Verbesserung der Bekanntheit des Feldhamsters und seines Bedrohungszustandes sowie zu den Projektmaßnahmen zu erreichen. Dafür wird die Abstimmung der Öffentlichkeitsarbeit aller Projektpartner sowie gezielter Wissenstransfer zu regionalen Akteuren (wie Landwirten, Institutionen oder der Bevölkerung) koordiniert.

Feldhamster rennt in der Nacht über seinen Bau richtung Wildkamera
Die Fotofallen an den Feldhamsterbauen nehmen regelmäßig die Ausflüge der überwiegend abends bis nachts aktiven Feldhamster auf, hier ein Jungtier.  © Zoo Leipzig

Verbreitung und Kommunikation, einschließlich Vernetzung mit anderen LIFE-Projekten (LfULG)

Aus dem Projekt wird spezifisches Fachwissen zum Feldhamster und zu feldhamsterfreundlichen Maßnahmen, insbesondere unter dem Einfluss des Klimawandels, hervorgehen. Die koordinierte Erweiterung dieses Wissens soll durch Fachtagungen, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften und eine Exkursion zu anderen Akteuren des Feldhamsterschutzes in Deutschland vorangetrieben werden. Die Projektergebnisse sollen dadurch einem breiten Fachpublikum zugänglich gemacht werden.

Nachhaltigkeit, Replikation und Verwertung von Projektergebnissen (LfULG)

Die Projektergebnisse sollen gesichert und verstetigt werden. Dazu gibt es unterschiedliche Ansätze, deren Machbarkeit durch einen im Projekt aufgestellten »After-LIFE-Plan« erörtert werden. Dieser Plan wird eine Stütze für den Feldhamsterschutz darstellen, der nach dem Projekt regulär durch den »Arbeitskreis Kooperativer Feldhamsterschutz Sachsen« fortgeführt wird. Teile des After-LIFE-Plans werden die Verwirklichung einer Flächensicherung für den Feldhamster im Projektgebiet und die Verwertung der Projektergebnisse für andere bedrohte Arten in Ackerlebensräumen sein.

 

Finanziert durch die Europäische Union. Die geäußerten Ansichten und Meinungen sind ausschließlich die der Autoren und spiegeln nicht die der Europäischen Union oder der Europäische Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt wider. Weder die Europäische Union noch die Förderbehörde können dafür haftbar gemacht werden.

Logos der Partner im Feldhamster-Programm
zurück zum Seitenanfang